Baugenehmigung für BNQ – Der Drops ist noch nicht gelutscht!

Laut Ankündigung des Bezirksamtsleiters wird die Baugenehmigung für das Bernhard-
Nocht-Quartier erteilt. Wir freuen uns außerordentlich darüber, dass Investoren und Politiker
schon vielen Anregungen unserer Initiative gefolgt sind – Herzlichen Glückwunsch! Auch sind wir gern
bereit, ihre Planungen – welche einer nachhaltigen Stadtplanung auch nach Vorgaben der von der Stadt in
Auftrag gegebenen Gutachten zuwiderlaufen – in Zukunft weiter zu begleiten.
So lange bis aus dem ewig gleichen Eigentumswohnungsgebaue ein Konzept wird, das den tatsächlichen Bedürfnissen des Viertels und
seiner AnwohnerInnen gerecht wird.

Bekannt ist bereits, dass die Investoren den BewohnerInnen und Kneipen eine Mietgarantie über zehn Jahre
geben wollen. Auch diesen Umstand begrüßen wir – schließlich sind es nicht zuletzt unsere Steuergelder, die da in Form von Fördergeldern die Investoren zu diesem Zugeständnis verpflichten. Doch zehn Jahre sind nicht genug. Und so müssen wir jetzt schon mitteilen, dass wir auch nach Ablauf dieser Zeit immer noch da sein werden – und mit Spannung erwarten, was dann mit den Wohnungen geschieht…

Schade finden wir allerdings, dass die Details zur Baugenehmigung anscheinend am Montagabend wieder
einmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen wurden. Dies zeugt vom weiterhin intransparenten
Vorgehen: Welches Treffen mag das wohl gewesen sein, bei dem Investoren und Politik nach dem Beschluss
im Bauausschuss am 6. Januar verhandelten? Auch nach intensiven Recherchen konnten wir kein Gremium
finden, bei dem dieser Punkt auf der Tagesordnung stand. Ernst gemeinte Beteiligung der Nachbarinnen und
Anwohner geht anders, aber auch hier bieten wir gern Nachhilfe an.

Mit dem Ideenkonzept „Guten Morgen, Hamburg!“ haben wir Vorschläge für gemeinsame Planungen mit den
AnwohnerInnen sowie genossenschaftliche Lösungen und Ideen für eine sinnvolle Nutzung des Quartiers
entwickelt – für die Menschen, die hier leben und für die, die in Zukunft unsere NachbarInnen sein werden.
Und ein von uns aufgestelltes, tragfähiges Finanzierungskonzept beweist: Eine Sanierung der Häuser, günstige
Mieten und eine stadtteilgerechte Nutzung der Flächen und Gebäude sind auch ohne Investoren und den Bau
von Eigentumswohnungen bezahlbar.
Man darf von seinem Hinterhof mehr verlangen als zum Gähnen langweilige und lediglich von Profitgier bestimmte
Klötze mit 80 Eigentumswohnungen – die Abwertung unseres nicht zuletzt auch stadtgeschichtlich bedeutsamen
Viertels werden wir nicht zulassen!

Wir sind kooperativ und gesprächsbereit. Und unser Protest ist mit der Entscheidung des Bezirksamts noch lange
nicht beendet. Mit unseren Vorstellungen sind wir nicht allein, sondern Teil eines stetig wachsenden Zusammenschlusses
von Initiativen in Gesamt-Hamburg, die sich einig sind: Wir können es besser!

Wir arbeiten weiter gegen die Gentrifizierung und freuen uns darauf, den Herren Köhler und von Bargen mit
unserem Konzept die Chance zu eröffnen, ein in Hamburg bisher einmaliges Projekt umzusetzen!

Mit freundlichen Grüßen
Die Interessengemeinschaft No BNQ

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Kontakt:
Interessengemeinschaft No BNQ
c/o GWA St. Pauli
(040) 410 9887 31
info@no-bnq.org