Parade „Recht auf Stadt“ 18.12

23.22: ndr-bericht gefunden
20.22 soeben wurde berichtet, dass in altona schon 4000 leute auf der parade sein sollen.

19.20: gerade von der parade nachhause gekommen. am gänsemarkt, sagten die veranstalterInnen, dass jetzt über 3000 leute mitlaufen/tanzen würden.
die parade läuft noch weiter durch st.pauli in richtung altona.
es sind viele wagen dabei. die, die ich sah:
einer war mit einer angestrahlten discokugel geschmückt, die ihr licht feierlich über die schneebezogenen straßen glitzern ließ.
mehrere spielten sehr tanzbare musik.
einer war mit sträuchern und sperrmüll dekoriert.
der alte wasserwerfer von der bambuledemo anfang des monats war auch dabei.
ein amerikanischer schulbus in knallgelb dekoriert mit centro-sociale fahnen, die ein „recht auf stadt“ proklamierten.
plakate die ich sah:
„tanzenden türmen beine machen“
„queers like it hot-climate change now“
„für: sperrmüll, bücherhallen,bauchläden“
„für viele centros“
und massenhaft mehr.

einzelne:
viele kostümiert. super war eine frau mit funkemariechenhut. menschen mit sonnenbrillen. menschen in liebevoll hergestellten papphäusern.

sehr toll fand ich die gruppe radikales handarbeiten, die in einer wandernden bewegung lange netze knüpften und mit diesen dann parkende autos umwickelten. auch super, war, dass welche einen beamer dabei hatten und auf die finanzbehörde verschiedene motti unter anderem „komm in die gänge „beamten. orange mützen fürs centro sociale. weiße overalls fürs radikale handarbeiten, gelbe wimpel gegen das bernhardt-nocht-quartier .

insgesamt war die demo, so lange ich sie mitgekriegt habe entschlossen, gut gelaunt, lautstark und vor allem unglaublich vielfältig.

berichterstattung:
eigene:
twitter
presse

  • 19.38:erste dpa-meldungen mit falschen zahlen und flüchtiger zusammenfassung der ziele: mopo (die sagen 1000)
  • ndr hingegen ist ganz mit den veranstaltern und sagt: 3000
  • abendblatt legt sich in die mitte und sagt: 1400. dafür ist die zusammenfassung so schlecht, wie in der mopo, aber noch garniert mit eskalatorischen polizeiausssagen.
  • hh1 hat schon ein video und sagt: „mehrere hundert“
  • 19.58 mopo verbessert auf: 3000 und schreibt einen eigenen artikel

  • 2 Antworten auf „Parade „Recht auf Stadt“ 18.12“


    1. 1 mari-ann 19. Dezember 2009 um 0:36 Uhr

      Text zur „Recht auf Stadt“-Parade

      Zur heutigen Parade haben über 120 völlig unterschiedliche Gruppen und Organisationen aufgerufen – von Hafenarbeitern über die streikenden Studierenden bis zu Stadtteilinitiativen aus verschiedenen Hamburger Quartieren.

      Wir gehen hier und heute aus ganz verschiedenen Gründen auf die Straße. Und wir gehen vielleicht auch aus ganz ähnlichen Gründen auf die Straße.

      Das, was uns auf die Straße treibt, ist zum einen die Unzufriedenheit mit dem Status quo – mit dem, was ist.
      Das, was uns auf die Straße treibt, ist aber auch eine Idee davon, wie es anders sein könnte. Und dass es anders sein kann. Dass wir die Stadt verändern können.

      Wir demonstrieren nicht nur gegen das Unternehmen Hamburg, gegen steigende Mieten, zunehmende Privatisierung, zunehmende Überwachung von öffentlichen Räumen, gegen repressive Sicherheitspolitik, den Verkauf der Roten Flora und gegen die faktische Enteignung von Schrebergärtnern.

      Wir stehen hier auch explizit FÜR etwas auf der Straße. Für eine grundsätzlich andere, für eine soziale und gerechte Stadt.
      Eine Stadt, in der Teilhabe auch die Kontrolle der Budgets beeinhaltet.
      Für eine Stadt, in der alle Menschen Zugang zu Bildung, Zugang zu bezahlbarem Wohnraum, Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung und Zugang zum Reichtum der Metropole haben.

      Elbstrand für Alle.
      Alsterwiesen für Alle.
      Bücherhallen in jeden Stadtteil.
      Öffentliche Mehrgenerationenhäuser in jedes Quartier.
      Einkaufspassagen ohne Sicherheitsdienste.

      Eine solche Stadt stellt uns niemand vor die Nase.
      Damit könnten wir uns fast noch abfinden. An der Verwirklichung einer solchen Stadt wollen wir aber auch nicht gehindert werden. Leerstände müssen besetzt werden dürfen. Freigehaltene Grundstücke bebaut.
      Eine Stadt von Allen für Alle läuft nicht ohne Konflikte und zähe gemeinsame Verhandlungen.
      Das ist uns allen klar. Wir sind bereit, uns dem zu stellen.

      Denn:
      Eine „Stadt für alle“ ist für uns kein hohles Versprechen!

      Wir wissen, um mit den Worten Henri Lefebvres zu sprechen:
      „Es gibt kein Denken ohne U-Topie, ohne Erforschung des Möglichen, des Anderswo.“

      Nehmen wir uns das „Recht auf Stadt“ – bestimmen wir selber, in welcher Stadt wir leben wollen.

      Heute ist nicht alle Tage, wir bleiben am Ball – keine Frage!

    1. 1 RECHT AUF STADT. DIE PARADE « No-BNQ Pingback am 16. Januar 2011 um 18:34 Uhr
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