
in den letzten jahren wird immer wieder in den medien behauptet, dass es sich bei den demonstrationen rund um den ersten mai um reine rituale handelt. also um kultische handlungen die zwar irgendwie etwas höherm dienen sollen, aber keine praktischen auswirkungen haben und die sich immer im gleichen muster wiederholen. wäre dem so könnten wir nun an dieser stelle schon mal den verlauf von der morgigen demonstration, der nacht danach und der euro-mayday-parade am tag darauf schreiben und hätten schon mal alles in der tasche. wir können aber nun an dieser stelle erfreut behaupten, dass dem nicht so ist. wenn das abendblatt schreibt, dass 2000 demonstranten erwartet werden bei der „stadt selber machen“ demo, dann heißt das noch lange nicht, dass nur so viele kommen werden. städtische politiken sind inzwischen für viele leute ein großes und wichtiges thema geworden und wir werfen jetzt mal die zahl von mindestens 5000 menschen in den ring, denn schließlich geht es darum, sich der gentrifizierung und den so oft behaupteten „natürlichen“ gang der aufwertung und mietpreissteigerung entgegenzusetzen. „natürlich“ sollte in einer demokratie kein sozialer prozess sein, dann könnte man ja direkt die verfassungen und gesetzbücher und all den anderen klimbim wegwerfen. sozialer raum ist produkt von aushandlungen und morgen wird hoffentlich ein starkes argument für den erhalt der roten flora und gegen mietsteigerung ins feld geworfen. mal sehen wie es wird.