Samstag, 26.03.2011 Soli Party für die Hausbesetzung in der Juliusstrasse 40 mit Subspace und Specialguest
Bei der Hausbesetzung wurden insgesamt 9 Leute festgenommen 8 im Haus eine andere Person wurde von der BFE (Beweis und Festnahme Einheit) ungefähr 500 Meter über eine Hauptstrasse gejagt und anschließend verhaftet. Immer wieder werden Hausbesetzter kriminalisiert und von der Polizei gejagt. Um auf Luxussanierungen und unzumutbare Missstände aufmerksam zumachen haben sich 8 Leute ein Objekt gesucht um genau auf dieses Thema aufmerksam zumachen. Nicht nur Hamburger Normalzustände: Steigende Mieten, zunehmender Mangel an günstigen Wohnungen, Luxussanierungen und Neubau von immer mehr Eigentums-wohnungskomplexen – auf der anderen Seite Leerstand von über 1 Million qm Büroraum, erstaunlicherweise jedoch auch von mehr und mehr Wohnungen. Das Haus in der Juliusstraße zum Beispiel lässt Vermieter Landschulze (dem weitere Häuser mit leer stehenden Wohnungen gehören: Susannenstr. 6 vorne, hinten A und B, 9A und 43, Beim Grünen Jäger 2, 6 und 16) seit vier Jahren so gut wie leer stehen. Daran änderte auch der Abschluss der Sanierung im Jahr 2008 nichts – lediglich der Imbiss im Erdgeschoss ist seitdem wieder eingezogen. Möglicherweise wird hier bereits auf eine Wertsteigerung nach der Räumung der Roten Flora spekuliert? Im Schnecken-tempo werden einzelne Fliesen verlegt und sonstige Arbeiten hinausgezögert, um gegenüber dem Bezirksamt den Rücken frei zu haben.
„Wir nehmen uns die Stadt – Wir nehmen uns Häuser!
Privatisierung und Ökonomisierung städtischer Räume, Gentrifizierung und Vertreibung nicht verwertbarer Menschen sind Teil derselben Standortpolitik. Genau deshalb haben wir entschieden, nicht einen vergammelten Altbau, sondern zukünftige Eigentumswohnungen zu besetzen.
Nehmt, was euch gefällt! Luxus für alle!“Auf weitere aktuelle Entwicklungen in Hamburg wird weiterhin Bezug genommen. Zunächst auf die Situation der (direkt neben dem besetzten Haus gelegenen) Roten Flora: „Wir nehmen uns Räume!
Seit über einem Jahr werden und wurden in Hamburg unter dem Stichwort Recht auf Stadt die unterschiedlichsten Räume und Projekte besetzt, angeeignet, wieder belebt und (zwischen)genutzt. Legal, illegal, temporär oder dauerhaft – es wird nicht mehr mit demütiger Anspruchslosigkeit abgewartet, bis die Stadt ein Stadtteil- oder Kulturzentrum zur Verfügung stellt.
Zur gleichen Zeit startet der so genannte Besitzer der Roten Flora in den Medien einen langfristig angelegten Angriff auf das Projekt. Im Hinblick auf seinen 2011 aus-laufenden Vertrag mit der Stadt Hamburg möchte Kretschmer die Immobilie möglichst gewinnbringend abstoßen, sich dabei möglichst wichtig machen und seinen elitären Kulturbegriff unter die Leute bringen. Was man sich darunter vorzustellen hat, kann man live im Viertel begutachten: Kommerz, Mainstream und billige Arbeitskräfte bilden die Eckpfeiler des Kulturstandorts Schanze. Die Flora braucht keine Investoren, Eigentümer oder Besitzer, egal ob städtisch oder privat. Sie braucht auch keine Verträge oder Verhandlungen, sondern weitere besetzte Häuser in der Nachbarschaft!
Wir verstehen uns als Teil einer Kampagne für selbst organisierte Räume, gegen Privatisierung und Kommerzialisierung. Wir sind solidarisch mit allen bedrohten Projekten in Hamburg, Berlin und anderswo.
Rote Flora bleibt!“