Bewohner_innen bewerten Entwicklung auf St. Pauli mit Schulnote 4,2

Aus der Pressemitteilung der GWA St. Pauli vom 10. Februar 2011:

Erste Ergebnisse einer Untersuchung der Universität Hamburg (Fachbereich Sozialwissenschaften der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) in Zusammenarbeit mit der GWA St. Pauli zeigen, dass die von Politik und Investoren massiv vorangetriebene „Aufwertung“ des Stadtteils nicht im Sinne der Bewohner_innen ist. Laut der repräsentativen Bewohner_innenumfrage werden die Veränderungen der letzten 10 Jahre mit der Schulnote 4,2 bewertet. Es zeigt sich ein Zusammenhang mit der Wohndauer der Befragten: Je länger die Leute auf St. Pauli wohnen, umso schlechter das Urteil. Unabhängig von der Wohndauer fühlen sich mehr als die Hälfte der St. Paulianer_innen nicht in die Stadtteilplanungen einbezogen. (…)
(…) ein weitreichender Bevölkerungsaustausch auf St. Pauli ist zu erwarten. 30% der Haushalte sind laut einer Untersuchung im Auftrag der Stadt als einkommensschwach einzustufen. Sie stehen in ungleicher Konkurrenz zu den einkommensstarken Haushalten, die auf den innerstädtischen Wohnungsmarkt drängen. Die Untersuchung bestätigt, dass die St. Paulianer_innen einem starken Verdrängungsdruck ausgesetzt sind und geht davon aus, dass dieser Druck in den kommenden Jahren erheblich zunehmen wird. Großprojekte und Wohnungsbau im hochpreisigen Segment, zu erwartende Zunahmen der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen gerade nach dem Ablauf der Sanierungsgebiete sowie Modernisierungsstau und Neubaupotenzial bei Gebäuden in schlechtem Zustand haben massiven Einfluss auf die lokale Mietendynamik. Schwer wiegt zudem, dass bis 2020 ein Drittel der Sozialwohnungen auf St. Pauli, fast ausschließlich in Hand der städtischen (!) SAGA/GWG, aus der Sozialbindung fallen werden.