
„Wir, die Strickistinnen, sind eine Gruppe wollbegeisterter Aktivistinnen und seit Mai 2010 mit unseren Aktionen im öffentlichen Raum präsent. Wir sind der Meinung ,abwarten hilft nicht, also stricken wir, ein an und gegen‘. Mit unseren Strickaktionen wollen wir auf politische Zusammenhänge aufmerksam machen, im Alltag überraschen, neue Blickwinkel auf Bekanntes eröffnen, zeigen, dass vieles auch ganz anders sein könnte“, so die Selbstbeschreibung der Strickistinnen aus Wien.
Als Strickliesel mag ich diese Aktionsform selbstredend sehr, weil mir die Verbindung zwischen dem (privat codierten) „Frauenhobby Stricken“ und der (politisch codierten) Aktion im öffentlichen Raum gefällt. Bäume werden umstrickt, Stricknester in der Stadt hinterlassen und manchmal auch Parolen – vermeintlich ohne Zweck und Funktion. Dieses Dysfunktionale irritiert und ich frage mich, warum braucht die Laterne Wärme und warum fällt das Nichtzielgerichtete im Stadtbild so eklatant auf?
Leider bleiben die Spuren der Strickguerilla oft nicht lange im öffentlichen Raum erhalten, sondern sie verschwinden schnell wieder. Ob das schnelle Entfernen nun daran liegt, dass es so viele Strick-Fans gibt oder daran, dass die städtische Hand keinen Tand zulässt, darüber sinnieren die Strickistinnen aus Wien charmant: „Um das herauszufinden müssten wir eine Überwachung starten, aber genau dagegen stricken wir ja an. Unser Werk ist vollendet, wenn wir es angestrickt haben. Alles was dann passiert, regelt der öffentliche Raum.“
Hallo Strickliesel,
das ist ja ein schöner Beitrag über uns
Danke!
LG Antonia von den Strickistinnen