dazu deren pressemitteilung:
Autonomes Frauenhaus Wedel
Das Justiz- und Gleichstellungsministerium Schleswig-Holsteins hat am 03.09.2010 seinen Entwurf zur „Umstrukturierung bei Frauenhäusern und Frauenberatungsstellen“ verkündet. Dieser sieht vor die Fördermittel ab 2012 um 563.000,-€ zu kürzen. Um dies zu erreichen sollen 48 Frauenhausplätze ersatzlos gestrichen werden, durch die Schließung des Autonomen Frauenhaus Wedel und des AWO-Frauenhaus Lübeck, sowie der Zusammenlegung zweier Frauenhäuser und der Fusionierung etlicher Beratungsstellen.Der Entwurf sieht die Schließung des Autonomen Frauenhaus Wedel mit 15 Plätzen vor. Träger des Frauenhauses ist der Verein „Frauen helfen Frauen e.V.“ Wedel, der sich 1985 aus einem Wedeler Frauentreff gründete und ein Jahr später das erste Frauenhaus im Kreis Pinneberg eröffnete. Der Verein hat heute 60 Vereinsfrauen, die das Frauenhaus durch ihr ehrenamtliches Engagement unterstützen.
Seit 25 Jahren finden hier Frauen mit ihren Kindern Schutz vor Gewalt, sie erhalten Beratung und Unterstützung um sich eine neue Perspektive in Sicherheit aufzubauen. Das Frauenhaus Wedel arbeitet eng vernetzt mit anderen sozialen Einrichtungen und Institutionen zusammen und hat ein tragfähiges Netzwerk für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder in Wedel geschaffen. Die Mitarbeiterinnen bieten Fortbildungen und Präventionsarbeit für ErzieherInnen, LehrerInnen, ÄrtzInnen, Polizei und andere Fachdienste an und leisten wichtige Öffentlichkeitsarbeit im Antigewaltbereich.
Darüber hinaus bietet das Frauenhaus auch externe Beratungen für Frauen aus Wedel und dem Wedeler Umland an. Im Verbund mit den Frauenberatungsstellen Elmshorn und Pinneberg übernimmt das Frauenhaus für Wedel und Umland die pro-aktive Beratung nach Wegweisung.Der Entwurf des Ministeriums sieht vor, das Frauenhaus Wedel ab 2012 nicht weiter zu fördern, mit der Begründung eines Überangebotes von Frauenhausplätzen in der Region. Fakt ist aber, dass die Frauenhäuser des Kreises Pinneberg in den letzten Jahren überdurchschnittlich belegt waren. Das Frauenhaus Wedel war z.B. in 2009 zu 83,09% belegt, dies bedeutete Schutz für 51 Frauen und 44 Kinder, was den tatsächlichen Bedarf an Frauenhausplätzen deutlich macht. Regionen mit mehr Frauenhausplätzen versorgen andere unterversorgte Regionen in Schleswig-Holstein mit. Im Rahmen von Schutz vor Gewalt kann nicht von Überkapazitäten gesprochen werden.
Das Ministerium führt für die Schließung des Autonomen Frauenhaus Wedel auch an, dass Wedel zu vielen Frauen aus Hamburg und anderen Bundesländern Schutz gewähre. Dies lässt die Situation von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern völlig unberücksichtigt, deren Sicherheit oftmals nur gewährt ist, wenn sie ein Frauenhaus außerhalb ihres ehemaligen Wohnort aufsuchen können. Der Schutz vor Gewalt für Frauen und Kinder ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht an Landesgrenzen enden darf.
Durch die Schließung von Frauenhäusern fallen nicht nur lang gewachsene Strukturen des Hilfesystems weg, es bedeutet für betroffene Frauen und Kinder lebensgefährliche Einsparungen. Der Verein „Frauen helfen Frauen e.V.“ Wedel kämpft mit den anderen Frauenhäusern Schleswig-Holsteins und weiteren UnterstützerInnen für den Erhalt aller Frauenhausplätze und Standorte in Schleswig-Holstein, denn Sparmaßnahmen dürfen nicht zu Lasten der Sicherheit von Frauen und Kindern gehen, die Schutz vor häuslicher Gewalt suchen.