Taz & GAL: Mit einer Stimme

Gut, dass die Taz Hamburg für die GAL Hamburg Wahlkampf macht, ist nix Neues und ich habe es schon vor Jahren aufgegeben, mich darüber aufzuregen. Vor allem ihr rechter Flügel, Gernot Knödler und Sven-Michael Veit, sind in ihrer grünen Hofberichterstattung einfach nur zum Gähnen. Den aktuellen Kommentar von Sven Micheal Veit zur Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition muss ich nun doch zitieren, weil hier im Wortlaut die Positionen der GAL-Führung als eigene Analyse verkauft werden:

Sven Michel Veit: „Natürlich wird es weiterhin Stimmen geben, die den Grünen vorwerfen, es gehe ihnen nur um die Macht. Diese Einschätzung ist das Gegenteil einer politischen Analyse. Die CDU hat den Koalitionsvertrag nicht gebrochen, nicht mal in Frage gestellt. Es gibt keinen Grund, das Regierungsbündnis zu beenden. Kein politisch wichtiges Thema wurde durch den Chefwechsel ad acta gelegt. Zumindest bislang und unbeschadet der Tatsache, dass demnächst mächtig gespart werden wird. Die Zusagen, die Ahlhaus machte und machen musste, dienen eher als Beleg dafür, dass die Grünen sich über Inhalte bestimmen.“

Katharina Fegebank (GAL): „Die CDU stellt den Koalitionsvertrag nicht in Frage, die Spielregeln bleiben dieselben.“

Anja Hajduk (GAL): „Es muss inhaltliche Gründe für einen Ausstieg oder eine Fortsetzung der Koalition geben. Wenn man inhaltlich so viel vorhat wie wir, sollten wir die Anstrengung weiter übernehmen, Politik für Hamburg zu machen.“

Für die Taz und die machtversessene GAL gibt es also keinen Grund, das schwarz-grüne Regierungsbündnis zu beenden. Warum auch? Die auf allen Ebenen gescheiterte Politik (Stichworte: Schulreform, Moorburg, Elbphilharmonie, etc.)? Nicht erwähnenswert! Die rechte Personalpolitik der CDU? Nicht erwähnenswert! Da schnapp ich mir doch lieber das Abendblatt, das über den frisierten Lebenslauf des Schillianers und designierten Wirtschaftssenators, Ian Karan, ausführlich berichtet. Die Grünen kann man ja leider erst in zwei Jahren abwählen, das Taz-Abo lässt sich bequemerweise online kündigen.


2 Antworten auf „Taz & GAL: Mit einer Stimme“


  1. 1 strickliesel 23. August 2010 um 17:15 Uhr

    Empfehlenswert dazu der Spiegel-online-Artikel: Die Fast-alles-ist-möglich-Partei von Maria Marquart und die vielen Kommentare:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,713155,00.html

  2. 2 Administrator 24. August 2010 um 12:26 Uhr

    abgefahren ist doch, dass ahlhaus sich so heftig bemüht kein „spießer“ zu sein und sein image zu drehen. mit dieser bereitschaft, seine identität bis hin zur krawattenfarbe umzudeuten, trifft er wohl auf einen nerv bei taz und grünen, die so ein verhalten ja nur toll finden können, weil sie es selbst die ganze zeit propagieren. man muss halt anpassungsfähig und flexibel sein, dann wird das auch was mit bausparvertrag und eigenheim. da mag ich doch lieber marken wie nivea oder lucky strike, die versuchen ihre markenidentität zu bewahren um deutlich zu machen, dass sie was unterscheidbares sind.

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