als die „macher“ mal tacheles redeten

trafen sich 100 von ihnen im empire river side hotel an der elbe, während draußen vor dem haus, eine wilde gruppe von aktivisten erfolgreich versuchte, das hotel durch psychokinese in die luft zu heben. berichtet wurde von einigen millimetern levitation. nochmals: glückwunsch, das ist ausbaufähig und sicherlich wertvoll durch telekinese zu ergänzen. ich hätte zum beispiel gerne das empireriverside und die zukünftigen tanzenden türme im blankenesener treppenviertel, da würden sie sicher ganz organisch und irgendwie intuitiv architektonisch wertvolle synergie mit der vorhandenen altbaustruktur entwickeln.

wie das abendblatt berichtete zählten zu den „machern“ der hamburger oberbaudirektor jörn walter und finanzsenator michael freytag. da die finanzbehörde die städtischen liegenschaften verwaltet kein schlechter fang für die tagung. freytag wies dann auch direkt darauf hin, wie wichtig die immobilienwirtschaft für die stadt sei. allerdings nicht in dem sinne, dass sich die hamburgerInnen und wahlhamburgerInnen hier wohl und gut versorgt fühlen sonder rein mal so als wirtschaftsfaktor: „Ein großer Wirtschaftsfaktor in Hamburg ist selbstverständlich die Immobilienwirtschaft. Aber auch die Stadt selber ist sehr aktiv auf dem Sektor. Hamburg selbst ist einer der größten Teilnehmer am Grundstücksmarkt, am Geschäft im Immobiliensektor“ (alle zitate sind dem abendblatt entnommen).

um diese suppe versalzen zu können sei an dieser stelle der abwertungskit empfohlen, der versucht mit bildpolitischen mitteln ganze nachbarschaften wirtschaftlich abzuwerten.

Dass es nur um immobilien als wirtschaftsfaktor geht, belegte freytag auch eindrucksvoll mit seinen fünf guten nachrichten über die hansestadt:

1. Hamburg hat unter allen 16 Bundesländern das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf.

2. Hamburg hat die höchste Erwerbstätigenquote aller Bundesländer.

3. Hamburg ist die Stadt mit den besten wirtschaftlichen Aussichten in Deutschland.

4. Hamburg ist die deutsche Metropole mit der stärksten Dynamik.

5. Das Wachstumspotenzial der Stadt liegt bundesweit an der Spitze.

und damit diese wirtschaftllichkeit noch mehr gefördert wird, wollen die macher kreative mit ihren visionen dazu bringen aus der stadt eine unverwechselbare marke zu machen.

also ich meine, hamburg hat wie jede andere stadt auf der welt eine geschichte seiner entstehung und bestimmte geschichtlich geformte eigenheiten, die es unverwechselbar machen. verwechselbar wird es ja erst durch die bauweisen wie in der hafencity, die genauso in bremen, marseille, london sonst wo stehen, wo die hafen-front als super marketinggag für stadtentwicklung ausgebaut wird. und dann soll kreativität es wieder unverwechselbar machen, damit die marke ausdifferenziert am markt steht. das ist so sinnlos wie mikadospielen, nur das letzteres weniger schaden für stadtbewohnerInnen verursachen würde. hier aber mal das zitat:

„Wir wollen Projektentwickler und Planer dazu ermuntern, noch mehr Mut zur Kreativität beim Bau von Immobilien zu zeigen“, sagte Matthias Brodrück von der Management Circle AG. Diese hat sich unter dem Motto „Bildung für die Besten“ auf die Weiterbildung von Fach- und Führungskräften spezialisiert.

das circle im namen der ag scheint mir ein deutlicher hinweis darauf, dass sie vielleicht selber heimlich denken, dass sie sich von zirkelschlüssen in die irre führen lassen, das wäre zu hoffen.

anstatt wie der finanzsenator die wirtschaftlichkeit in den mittelpunkt zu stellen, stellt der oberbaudirektor das wissenschaftsmanagement nach vorne in seiner „grundsatzrede“

In einer Grundsatzrede nannte Oberbaudirektor Jörn Walter die Frage, wie Hamburg mit seinen Bildungs- und Wissenschaftszentren umgeht, als eine zentrale Aufgabe. „Wir müssen diese Frage zum Mittelpunkt der Stadtgesellschaft machen“, sagte er. Hamburg stehe im Süd-Nord-Gefälle am Rande des Mittelfeldes und müsse anstreben, Universitätsstadt zu werden. Walter: „Dazu müssen wir die Wissenspole in der Stadt vernetzen.“

auch hier ist nichts zu lesen und war sicherlich nichts zu hören von teilhabe, gerechtigkeit und gemeinnützigkeit. wissensmanagement einer stadt würde für mich mit einer verdopplung der bücherhallenkapazitäten anfangen, über einen ausbau der volkshochschulen weitergehen und bei kostemlosen zutritt zu museen nicht aufhören.
walter sprach aber nicht nur über bildung sondern auch über architektur:

Zum Thema Architektur erklärte Walter, dass in Hamburg „Noblesse und Zurückhaltung“ eine große Rolle spielen und er „Architekturereignisse“ wie die Elbphilharmonie der sogenannten „Ereignisarchitektur“ bevorzuge.

da bleibt mir doch glatt das wort im halse stecken….

abenblatt