
das freut uns, vor allem weil es ja damals 1967 beim pentagon nicht gelungen ist. es gibt also fortschritt:
EMPIRE HEBT AB!
Bewiesen: Psychokinetiker lassen St. Paulis Kupfertürme schweben
Hamburg, Dienstag, der 9. Februar 2010: Die Teilnehmer des Immobiliensymposiums zeigten sich verstört und verunsichert. Wenige Minuten vor 12 fährt ein Zittern durch das Empire Riverside Hotel. Dann bewegt sich die gesamte Architektur in die Höhe, schwebt Sekundenlang in der Luft. Wie ist das möglich? Bürger verwandelten ihren Hass auf Gentrifizierung in psychokinetische Kräfte – und liessen diese mit einem magischen Ritual auf das Gebäude mit den Investoren wirken.
Nichtsahnend versammeln sich unter dem Motto Macher, Denker und Entscheider sprechen Tacheles, am 9. und 10. Februar im Empire Hotel St. Pauli „Entscheider, Investoren, Innovatoren und Interessenten des Hamburger Immobilienmarktes“ zu einem „standortorientierten“ Meeting.
Eingeladen hat der dubiose „Management Circle“. Der verspricht „Bildung für die Besten“ – und kassiert für sein zweitägiges Auditing 1.895 Euro pro Teilnehmer. Dafür bekommen die Zahlungswilligen „C(r)ash Creativity“ versprochen. In „Tough Talks“ wird die Versammlung auf „Business Improvement Districts“ eingeschworen.
Bedenklich: Auch hochrangige Politiker wirken in dem zwielichtigen Kontext mit: „Rezession, na und?“ heißt es unter dem Einfluß des „Circles“ plötzlich. Guru oder Götzendienstleister – das ist bei dieser undurchsichtigen Veranstaltung nur schwer auseinander zu halten: Finanzsenator Freytag ist dabei, die Real Estate Abteilung der HSH Nordbank, Einkaufszentrumsentwickler ECE, Vermarkter der Hafencity, usf.. Also genau die Leute und Organisationen, die sich in ihren neoliberalen Irrglauben verrannt haben. Und deren verzerrte Weltsicht genau die Stadtentwicklungspolitik produziert, die direkt in die aktuelle Krise geführt hat. Der „Circle“ weicht in die Esoterik aus: „Optimismus – Die wichtigste erneuerbare Energie zur Stadtentwicklung?“.
Kurz: das Immobilien Symposium ist die Indoktrinationsveranstaltung einer Sekte, die Ihren verbohrten Irrglauben mit der Realität verwechselt. Wer so mystisch redet, dem ist mit rationaler Argumentation nicht mehr beizukommen: „Metropolis en vogue: Aufstieg in die internationale Liga – Schießt der Hamburger Immobilienmarkt vom Mittelfeld in den Olymp?“,
Deshalb entschließen sich Bürger dieser Stadt, das Aktionsfeld zu wechseln – und die Versammlung mit den Mitteln der Spiritualität aufzulösen. Im größten Psychokinetischen Experiment seit 1972 werden Magische Rituale, Mediation und rituelle Tänze kombiniert, um das kupferne Empire zum Schweben zu bringen. Die geistigen Kräfte der Psychokinetiker werden durch orangene Stirnbänder konzentriert. Tanz und Gewänder, bedruckt mit dem schwebenden Gebäude, wandeln Hass in Kinese, wandeln Kupfer und Beton zu Staub.
Und das Experiment glückt: wenige Minuten vor Zwölf geht ein Ruck durch den Kupferturm. Unabhängige Experten stellen Fundamentbewegungen im Nanobereich fest.
Drinnen: bleiche Gesichter, draußen: Jubel wie bei der Mondlandung.
Ein Sprecher: „Hier wehren sich Bürger gegen negatives Karma in ihrer Nachbarschaft. Der Versuch der paranoiden Immobiliensekte, sich hinter Kupferwänden vor der Welt abzuschotten, um in Isolation ihre alten neoliberalen Ideen weiter zu verfolgen, ohne die geänderten Realitäten des neuen Jahrtausends wahrnehmen zu müssen, ist gescheitert. Dies war nur ein erster Versuch. Wir machen weiter! Morgen schicken wir die Investortenarchitektur zum Mond!“