wiener unistreik wird inzwischen auch von einigen obdachlosen mitgetragen

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Unistreik in Österreich: Audimax-Besetzer wollen ins Parlament – taz.de

Wer heute das Audimax besucht, merkt wohl erst auf den zweiten Blick, dass hier eine Besetzung stattfindet. Über dem Podium hängt ein Leintuch mit der aufgesprayten Parole „Widerstand gegen Bildungsabbau“, doch die Besetzer lassen sich an den Fingern einer Hand abzählen. In den hinteren Reihen sitzen allerdings einige Obdachlose, für die die akademische Halle nach dem Kälteeinbruch zur willkommenen Zuflucht geworden ist.

Der 44jährige Roman aus Polen ist fast seit Beginn der Besetzung hier. Er wurde von seiner Frau hinausgeworfen. Sein Kumpel, der kein Wort Deutsch spricht, schnorrt um ein paar Euro. Ausländische Obdachlose, die nicht nachweisen können, dass sie schon ein halbes Jahr in Österreich gearbeitet haben, dürfen in kommunalen Notschlafstellen nicht betreut werden. Im Audimax ist man da flexibler. Die Obdachlosen haben inzwischen den Reinigungsdienst übernommen und betätigen sich in der Küche. „Sie sind froh, dass sie was zu tun haben“, sagt Georg, „tragen aber auch die Proteste sehr stark mit“.