Diskussion um „Not in our Name“

es gibt in hamburger einen verteiler, der zum kunstecho gehört, einer veranstaltungsseite freier hamburger künstler. der echo-verteiler ist ein medium der häufig kontroversen diskussion und der ankündigung von austellungen. auf den kultursenatorin-bedankt-sich-bei-den-künstlern-für-das-manifest-artikel in der welt hin, stellte dort jemand die frage, die sich auch die autorin dieser zeilen stellt, warum nur dieses manifest so anschlussfähig ist? darauf hin kam es seitens eines der poster zur folgender analyse, die wir euch nicht vorenthalten wollen:

Ging es nicht vielleicht einfach nur darum, den Effekt zu nutzen der entsteht, wenn man eine offene Tür eintritt? Da lässt sich mit wenig Energieaufwand viel Wirkung erreichen. Neben solcher Effiziens ist bisher viel zu wenig gewürdigt worden, wie elegant NION Anti-Marketing als Marketing eingesetzt wurde. Der Anmut des Politischen wurde buchstäblich mit der Ware verknüpft, was gelang ohne das sich jemand daran – zumindest laut – gestört hätte. Selbst die doch gern mal altbacken konsumkritische ZEIT druckte in der Headline den Link zum Produkt (www.buback.de). Kritik im Namen einer Firma, das ist viel innovativer als Öko bei Lidl. Das ist ganz weit vorn – echt großes Kino. Sowas erkennen die Verwalter der Stadt gerne an, wenn ihre kreative Subkultur nicht nur die herrschende Logik des Marktes perfekt verinnerlicht hat, sondern weiterentwickelt. Mit solchen Leuten möchte man gern darüber diskutieren, wie die Marke Hamburg nachhaltig attraktiv bleibt. Da ist man schon mal bereit Fehler einzuräumen und sagt, „Danke“. Und selbst Richard Florida hat im fernen Amerika die Gespensterjäger bereits als partner-in-crime bei den zukunftsweisenden Möglichkeiten eines „Hamburger Modell“ erkannt: substainable gentrification. Na super, davon haben wir doch alle geträumt. Weil nach der Krise ja endlich Schluß sein muß mit dem schnellen Geld. Cool ist zukünftig hanseatisch gediegener Kapitalismus mit sub- und kultureller Verschönerung. Alle Abendblatt- und Zeit-Leser klatschen und singen: Alle ausländischen Investoren müssen raus, Hamburg muß wieder Hamburgern gehören. Darauf eine Lichterkette. Und nächstes Jahr gibt es dann die Oper zur Wirklichkeit im Deutschen Schauspielhaus. Mein persönlicher Wunsch wäre aber bis dahin noch, dass dieses neue Gruner&Jahr Magazin BUISNESS PUNK den Tanz der Gespenster zur Kampagne des Jahres wählt. NION hätte es wirklich verdient.

mit danke an den autoren für diese brillierende polemik.