stadtnachrichten: mo. 16.11

über stadtentwicklung und architektur räsoniert die telepolis, in einem ihrer linkgeladenen schriftwerke. in der jungle world lässt sich eine erstaunlich gute reportage über die steigende obdachlosigkeit in LA lesen.

in berlin gehen am dienstag die studenten auf die straßen. das ganze geschieht im zuge der gerade grassierenden unibesetzungen.
außerdem brannten schon wieder autos. da scheint doch was mit den neoliberalen partizipationsstrategien nicht zu funktionieren, wenn so wenig leute wählen gehen und so viele ihren unmut durch zündeleien äußern. mehr zur partipation kann man auch begreifen, wenn man sich den indymedia-artikel zur „Task Force Okerstraße“ durchliest. und was es alles für veranstaltungen im bereich stadtpolitik gibt findet sich bei „steigende mieten stoppen“. der soziologenblog erzählt derweil davon, dass:

Nach knapp zwanzig Jahren Liberalisierung und einer rot-roten Koalition, die sich wohnungspolitischen Diskussionen weitgehend verweigerte, entdeckt die Berliner Regierung aus SPD und Linken nun die Ziele der sozialen Stadtentwicklung wieder.

und im dezember gibt es in berlin eine tagung mit dem titel „Istanbul 2010. Stadt(t)räume – Stadtgegensätze“. die interessant zu werden verspricht.

die kommunen werden im nächsten jahr die wirtschaftskrise enorm spüren und spätestens dann, wird sie auch im alltag der menschen ankommen. prognosen darüber wie der alltag sich ändern wird machte der dgb.

in hamburg zieht die diskussion um stadtentwicklung und kunst, deren bürgerliches symbol wohl das gängeviertel sein dürfte, immer weitere kreise. nun machen sich auch die schon lange etablierten künstlers sorgen um die standortpolitik und fordern mehr geld für kultur. wenn allerdings das gängeviertel noch irgendeinen bezug gegen die verwertung von allem und jedem hat, dann ist dieser appell von schillerstenster lobbyisten-logik: eigentlich sind doch wir die geldbringer, also investiert. zu dem thema spricht auch der bürgermeister in einem interview. und sagt, dass überall gespart werden muss. natürlich nicht bei der elbphilarmonie oder stadtbahn.
wer mehr über die „unternehmen stad“t- logik lernen möchte kann am 19.11 ins centro sociale, in der sternstraße 2 gehen. da gibt es einen kritischen rückblick auf 25 jahre „unternehmen stadt“. und dass es in hamburg innerhalb der letzten zehn jahren 76 bürgerbegehren gab, kann man in einem artikel lernen, der allerdings wenig darüber schreibt, was aus den begehren geworden ist. das kann man dann hingegen auf den seiten von „mehr demokratie“ erfahren.
und ein kleiner aufreger, mindestens für mich, am rande: dahin führt die „sanfte stadtentwicklung“ der steg. und das ist gewollt und ich glaube fest daran, dass es einen investoren-run auf das karolinenviertel geben wird, wenn 2013 die steg die 800 wohnungen und 300 gewerbeeiinheiten, die sie seit ca.1986 treuhänderisch „sanft“ verteuert, an die finanzbehörde zurückgibt. da werden die straßen hier in gold aufgewogen und die luft in diamantenstaub. dazu passt auch, dass jetzt ein bauvorbescheid für das ehemalige bambule-gelände vorliegt. (im jüngsten protokoll zu finden)
und zuguterletzt, wer mehr über das tempo der großstadt erfahren will, kann das bei einer veranstaltung der hafencityuniversität am 26ten und 27.11. bei der iba darf man am neunzehnten elften auch mal wieder künstlerisch partizipieren, diesmal bei einer revue. uhhhlalala