B-Movie, 13. Dez., 16 Uhr: Lanzmann: Warum Israel
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Stellungnahme zu den Vorfällen am 25.10.2009
Das B-Movie wurde am 25.10.2009 daran gehindert, den Film „Warum Israel“ von Claude Lanzmann zu zeigen. „Warum Israel“ sollte im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung in Kooperation mit Kritikmaximierung Hamburg um 15 Uhr in unserem Kino aufgeführt werden. Personen aus dem Spektrum des benachbarten internationalen Zentrums B5 hatten den Zugang zum B-Movie abgesperrt. In einer Agitprop-Vorstellung wurde ein „israelischer Checkpoint“ errichtet. Die dargestellten israelischen Soldaten waren mit selbstgeschnitzten Holzgewehren ausgerüstet. Andere an der Blockade beteiligte Personen waren mit Fahrradschlössern und Schlaghandschuhen bewaffnet. Bei mehrfachen Gesprächsversuchen wurde uns unter Gewaltandrohung deutlich gemacht, dass die Veranstaltung auf keinen Fall zugelassen werde. Um eine Eskalation zu verhindern, sahen wir uns gezwungen, die Veranstaltung abzusagen. Dennoch kam es zu nicht tolerierbaren Beschimpfungen und mindestens drei unserer Gäste wurden durch Faustschläge ins Gesicht verletzt.
Bereits im Vorfeld wurden wir von Vertretern der B5 besucht, die sich gegen die Veranstaltung aussprachen, da sie sich als unsere Nachbarn durch den Film und unsere Gäste gestört fühlen würden. Unser Angebot, sich die Filmvorführung anzuschauen und an der Diskussion teilzunehmen, wurde abgelehnt. Wie sich dabei herausstellte, hatten weder die Vertreter noch die restlichen Kritiker aus der B5 den Film überhaupt gesehen.
Das B-Movie ist ein selbstverwaltetes und unkommerzielles Kino. Wir zeigen die Filme, die wir zeigen wollen und machen Veranstaltungen mit unterschiedlichen Partnern. Dabei sind wir offen für viele Meinungen und Überzeugungen, für Diskussion, Kritik oder auch Streit. Aber nicht für Gewalt.
Die Veranstaltung „Warum Israel“ ist in Absprache mit Kritikmaximierung Hamburg auf Sonntag, den 13.12.09 um 16:00 Uhr verlegt worden.
Wir appellieren an alle, einen gewaltfreien Ablauf der Aufführung und der anschließenden Diskussion zu ermöglichen. Menschen, die unsere Veranstaltungen gewaltsam verhindern, unsere Gäste bedrohen oder sogar verletzen, haben in unserem Kino nichts zu suchen.
Wir machen dieses Kino, sonst niemand.