Comments on: Zurück zur Fabrik? Lefebvre # stricken IV http://schaetzchen.blogsport.de/2009/12/30/zurueck-zur-fabrik-lefabvre-stricken-iv/ ordinary things Thu, 22 Jul 2021 16:38:42 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 by: Raum produzieren. Lefebvre # stricken III « from town to town http://schaetzchen.blogsport.de/2009/12/30/zurueck-zur-fabrik-lefabvre-stricken-iv/#comment-2046 Fri, 15 Oct 2010 16:04:58 +0000 http://schaetzchen.blogsport.de/2009/12/30/zurueck-zur-fabrik-lefabvre-stricken-iv/#comment-2046 [...] Teil IV: Zurück zur Fabrik? [...] […] Teil IV: Zurück zur Fabrik? […]

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by: cs http://schaetzchen.blogsport.de/2009/12/30/zurueck-zur-fabrik-lefabvre-stricken-iv/#comment-274 Fri, 12 Feb 2010 15:53:24 +0000 http://schaetzchen.blogsport.de/2009/12/30/zurueck-zur-fabrik-lefabvre-stricken-iv/#comment-274 PS: Den Satz "Die Stadt ist unsere Fabrik" <a href="http://www.saloon-la-realidad.com"> habe ich tatsächlich nicht wegen Lefebvre in die Debatte geworfen - obwohl das hier sehr schön aus der "Revolution der Städte" abgeleitet ist und sich damit überschneidet (wobei die Maschine aus Möglichkeiten natürlich eine viel schöner Metapher ist) - sondern ist von den post-Operaisten bzw. Operaisten geklaut, die in Italien ab Ende der Siebziger beobachteten, wie sich die Arbeit aus den Fabriken auf das gesamte Terrain ausdehnt - genau zu dem Zeitpunkt, als in der BRD die ersten Häuser besetzt werden. Aber ist es nicht schon ein Problem, dass Lefebvre von "Produktion" des Raums spricht? Ist "Produktion" nicht schon ein ziemlich verkürzender, aus der Systemanalyse geliehener Begriff, der komplexere Handlungen gar nicht beschreiben kann? Liegt da vielleicht ein Teil der Krux, die es einem Richard Florida ermöglicht, sozusagen vie Marx Kritik, auf "kreative" "Produktion" zuzugreifen?</a> PS: Den Satz „Die Stadt ist unsere Fabrik“ habe ich tatsächlich nicht wegen Lefebvre in die Debatte geworfen – obwohl das hier sehr schön aus der „Revolution der Städte“ abgeleitet ist und sich damit überschneidet (wobei die Maschine aus Möglichkeiten natürlich eine viel schöner Metapher ist) – sondern ist von den post-Operaisten bzw. Operaisten geklaut, die in Italien ab Ende der Siebziger beobachteten, wie sich die Arbeit aus den Fabriken auf das gesamte Terrain ausdehnt – genau zu dem Zeitpunkt, als in der BRD die ersten Häuser besetzt werden. Aber ist es nicht schon ein Problem, dass Lefebvre von „Produktion“ des Raums spricht? Ist „Produktion“ nicht schon ein ziemlich verkürzender, aus der Systemanalyse geliehener Begriff, der komplexere Handlungen gar nicht beschreiben kann? Liegt da vielleicht ein Teil der Krux, die es einem Richard Florida ermöglicht, sozusagen vie Marx Kritik, auf „kreative“ „Produktion“ zuzugreifen?

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by: cs http://schaetzchen.blogsport.de/2009/12/30/zurueck-zur-fabrik-lefabvre-stricken-iv/#comment-268 Wed, 10 Feb 2010 20:24:32 +0000 http://schaetzchen.blogsport.de/2009/12/30/zurueck-zur-fabrik-lefabvre-stricken-iv/#comment-268 Auf der Recht auf Stadt Parade am 18.12. antwortete jemand auf die Behauptung "Die Stadt ist unsere Fabrik", mit "Nein, die Stadt ist unsere Disco". Das hätte ich vor 20 Jaremn auch noch gesagt, weil der Zwang nervt und abstößt, der an der Fabrik-Metapher klebt, und um dem was hedonistisch-freiwillig-sinnliches entgegen zu setzen. Wenn man aber die Disco als einen Ort beschreibt, an dem all das, was an der Stadt nervt, verdichtet, intensiviert, und ästhetisiert - und damit erträglich, behandelbar, verwendbar gemacht wird: Lärm, Gestank, Enge der Stadt werden in der Disco zum Vergnügen - die gute Disco ist zu laut, völlig verqualmt und zu voll - dann stehen beide Metaphern schon wieder viel näher nebeneinander als gegeneinander. Die Disco entwickelt sich im Niedergang des Fordismus, und das was mit der Stadt als Fabrik Metapher gemeint ist, betrifft ja gerade die Ausdehnung des Fabrikregimes auf den gesamten (verstädterten) Raum, und genau dieser Prozess beginnt in etwa mit der Übernahme der Fabriken durch Discobetriebe, die dort Produktionsorte kollektiver Leidenschaften installieren, schließlich mit der Ausdehnung der Disco in Zeit und Raum mit Tekkno, Rave und Loveparade, dann das Aufgehen der erweiterten Disco im Eventpardigma und ihrem schließlichen vor die Wand fahren mit der Taufe des Discoschiffs AidaDiva zu den Klängen von Westbam und mit Discobeleuchtung des Eventkünstlers Michael Batz im Hamburger Hafen am 20. April 2007... Gerade eröffnet in der Kunsthalle eine Ausstellung von Künstlern, die, wie es in der Tagesschau hieß, "Ihre ganze Person zur Marke" gemacht hätten. Gemeint sind damit Leute wie Keith Haring oder Andy Warhol. Und der ist natürlich Schuld, weil in dessen factory über ein paar Jahre genau die Janusköpfigkeit des Slogans zusammenkommt: das Versprechen, die Vielfältigkeiten, neuerfundene Geschlechter, wildwuchernde Produktionen, wildwucherndes Nichtstun, auf der anderen Seite die Totalisierung des Marketings, Subjektivität als neue Front des Kapitals. Wenn das einer der Ursprünge der "Stadt als Fabrik" war, dann wirds Zeit, dass sich nach der Auflösung der Fabriken in das Terrain die Frage stellt, wo die neuen Widerständigkeiten eigentlich Fuß fassen können? Erleben wir die ersten Revolten im Maschinenraum der partizipatorischen Imagecity? Auf der Recht auf Stadt Parade am 18.12. antwortete jemand auf die Behauptung „Die Stadt ist unsere Fabrik“, mit „Nein, die Stadt ist unsere Disco“. Das hätte ich vor 20 Jaremn auch noch gesagt, weil der Zwang nervt und abstößt, der an der Fabrik-Metapher klebt, und um dem was hedonistisch-freiwillig-sinnliches entgegen zu setzen. Wenn man aber die Disco als einen Ort beschreibt, an dem all das, was an der Stadt nervt, verdichtet, intensiviert, und ästhetisiert – und damit erträglich, behandelbar, verwendbar gemacht wird: Lärm, Gestank, Enge der Stadt werden in der Disco zum Vergnügen – die gute Disco ist zu laut, völlig verqualmt und zu voll – dann stehen beide Metaphern schon wieder viel näher nebeneinander als gegeneinander. Die Disco entwickelt sich im Niedergang des Fordismus, und das was mit der Stadt als Fabrik
Metapher gemeint ist, betrifft ja gerade die Ausdehnung des Fabrikregimes auf den gesamten (verstädterten) Raum, und genau dieser Prozess beginnt in etwa mit der Übernahme der Fabriken durch Discobetriebe, die dort Produktionsorte kollektiver Leidenschaften installieren, schließlich mit der Ausdehnung der Disco in Zeit und Raum mit Tekkno, Rave und Loveparade, dann das Aufgehen der erweiterten Disco im Eventpardigma und ihrem schließlichen vor die Wand fahren mit der Taufe des Discoschiffs AidaDiva zu den Klängen von Westbam und mit Discobeleuchtung des Eventkünstlers Michael Batz im Hamburger Hafen am 20. April 2007…

Gerade eröffnet in der Kunsthalle eine Ausstellung von Künstlern, die, wie es in der Tagesschau hieß, „Ihre ganze Person zur Marke“ gemacht hätten. Gemeint sind damit Leute wie Keith Haring oder Andy Warhol. Und der ist natürlich Schuld, weil in dessen factory über ein paar Jahre genau die Janusköpfigkeit des Slogans zusammenkommt: das Versprechen, die Vielfältigkeiten, neuerfundene Geschlechter, wildwuchernde Produktionen, wildwucherndes Nichtstun, auf der anderen Seite die Totalisierung des Marketings, Subjektivität als neue Front des Kapitals. Wenn das einer der Ursprünge der „Stadt als Fabrik“ war, dann wirds Zeit, dass sich nach der Auflösung der Fabriken in das Terrain die Frage stellt, wo die neuen Widerständigkeiten eigentlich Fuß fassen können? Erleben wir die ersten Revolten im Maschinenraum der partizipatorischen Imagecity?

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by: nbo http://schaetzchen.blogsport.de/2009/12/30/zurueck-zur-fabrik-lefabvre-stricken-iv/#comment-140 Fri, 08 Jan 2010 19:16:39 +0000 http://schaetzchen.blogsport.de/2009/12/30/zurueck-zur-fabrik-lefabvre-stricken-iv/#comment-140 der begriff "fabrik" klingt tatsächlich unfroh, eben weil sie mit dem fordismus verbindet. "die stadt ist unsere fabrik" sehe ich aber zum einen als zustandsbeschreibung der postfordistischen stadt, zum anderen aber als versuch einer entwendung des begriffs. vielleicht wird sie nicht funktionieren, und wir müssen uns ein neues besseres wort ausdenken. der grundgedanke, der damit ausgedrückt werden soll, hat bei mir aber gleich eine saite angeschlagen: jede politische utopie muss sich mit der produktion beschäftigen - und zwar der produktion von dingen (nicht waren), die wir zum leben brauchen. E.F. schumacher schrieb 1973 in "small is beautiful": "Es ist einer der verhängnisvollsten Irrtümer unserer Zeit zu glauben, das 'Problem der Produktion' sei gelöst." recht hatte er. die produktion, wie wir sie haben, ist an orte, kapitalverhältnisse, macht gebunden. daraus müssen wir sie konkret herauslösen, und dieses herauslösen muss meines erachtens in der stadt passieren. sonst bleiben wir stadtbewohner weiterhin diese traurige mischung aus drohnen und vasallen. in dieser hinsicht finde ich lefebvre und schumacher viel inspirierender als dieses ewige linke rumreiten auf dem warenfetischismus, der erst zu überwinden sei, bevor die neue zeit anbrechen könne. darauf können wir lange warten. wir können aber versuchen, den warenfetischismus durch eine neue produktionsweise langsam auszutrocknen, räume zu schaffen und auszuweiten, in denen er nicht mehr gilt - bis am ende ein neuer wall nur noch der letzte konsumsumpf der stadt ist. der begriff „fabrik“ klingt tatsächlich unfroh, eben weil sie mit dem fordismus verbindet. „die stadt ist unsere fabrik“ sehe ich aber zum einen als zustandsbeschreibung der postfordistischen stadt, zum anderen aber als versuch einer entwendung des begriffs. vielleicht wird sie nicht funktionieren, und wir müssen uns ein neues besseres wort ausdenken.

der grundgedanke, der damit ausgedrückt werden soll, hat bei mir aber gleich eine saite angeschlagen: jede politische utopie muss sich mit der produktion beschäftigen – und zwar der produktion von dingen (nicht waren), die wir zum leben brauchen.

E.F. schumacher schrieb 1973 in „small is beautiful“: „Es ist einer der verhängnisvollsten Irrtümer unserer Zeit zu glauben, das ‚Problem der Produktion‘ sei gelöst.“ recht hatte er. die produktion, wie wir sie haben, ist an orte, kapitalverhältnisse, macht gebunden. daraus müssen wir sie konkret herauslösen, und dieses herauslösen muss meines erachtens in der stadt passieren. sonst bleiben wir stadtbewohner weiterhin diese traurige mischung aus drohnen und vasallen.

in dieser hinsicht finde ich lefebvre und schumacher viel inspirierender als dieses ewige linke rumreiten auf dem warenfetischismus, der erst zu überwinden sei, bevor die neue zeit anbrechen könne. darauf können wir lange warten. wir können aber versuchen, den warenfetischismus durch eine neue produktionsweise langsam auszutrocknen, räume zu schaffen und auszuweiten, in denen er nicht mehr gilt – bis am ende ein neuer wall nur noch der letzte konsumsumpf der stadt ist.

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